Das Damen-Drachen-Teekränzchen auf der Virtual Illustrators Wall 2026
Die Virtual Illustrators Wall geht 2026 erneut online und bringt über tausend internationale Illustrationen in einem digitalen Raum zusammen – zugänglich für Verlage, Agenturen und Kreativschaffende weltweit. Ofilia und ich freuen uns, wieder Teil dieser Sammlung zu sein.
In diesem Jahr laden die Drachendamen Isolde, Bruna, Florinda, und Nyx euch zu einer ganz besonderen Zusammenkunft ein: „The Ladies’ Dragon Tea Party“.

Eine Doppelseite voller viktorianischer Eleganz, boshaften Blicken und smaragdgrünem Nebel. Vier Drachen-Damen versammeln sich zur ultimativen Tanten-Tafel für Tratsch, Tortenrezepte und Tragödien. Im ehrwürdigen Namen der Dragoniquette wird geflüstert, gekichert und getuschelt – bis der grüne Rauch aufsteigt.
Die Illustration ist eine Hommage an:die Kunst der Konversation und an die feine Linie zwischen Höflichkeit und Flammenwurf.
Zwischen Miniatur-Törtchen, funkelnden Bonbons und einer verschnörkelten Silberkanne entfaltet sich eine Szene, die irgendwo zwischen Jugendstil, Fantasie und augenzwinkernder Gesellschaftssatire schwebt.
Making-of
Vom Skizzenbuch zur Drachen-Gesellschaft
Bevor der erste grüne Rauch aufstieg, begann alles ganz leise – mit Bleistiftgekribbel.

Jede Drachen-Dame entstand zunächst als lose Skizze im Skizzenbuch: Suchlinien, verworfene Flügel, neu gedachte Hälse. Unterschiedliche Zeichnungen legten Proportionen fest, prüften Blickrichtungen und bestimmten die Aufteilung von Text und Bild auf der Doppelseite. Wer tuschelt mit wem? Wer sitzt erhöht? Wo bleibt Raum für Rauch – und Flammenwurf?
Aus diesen Studien wuchs eine ausgearbeitete Gesamtkomposition.
Dann wurde es handfest.

Die einzelnen Drachen-Damen wurden ausgedruckt, ausgeschnitten und auf die Innenseiten recycelter Milchtüten übertragen. Dieses Material birgt eine wunderbare Magie: Trägt man mit dem Skalpell vorsichtig die beschichtete Oberfläche ab oder ritzt Linien hinein, entsteht ein Druckstock. Jede Kerbe entscheidet über Licht und Schatten, jede Spur über Charakter.
Mit der eigenen Druckerpresse wurden diese Formen auf Papier gedruckt – rau, direkt, mit kleinen Unregelmäßigkeiten, die man nicht planen kann. So entstanden die Grundformen der Figuren.
Im nächsten Schritt wurden die Drucke im Layout neu arrangiert – wie Gäste, die ihren Platz an der Tafel finden. Digital kamen Details, Atmosphäre und der smaragdgrüne Nebel hinzu. Der Illustration wuchs Schicht um Schicht, bis die Szene jene dekadente Boshaftigkeit atmete, die sie brauchte.

Auch das Cover-Design wurde in derselben Technik entwickelt – vom Milchkarton-Druckstock bis zur selbst entwickelten Jugendstil Schriftart „Time for Tea“. So tragen Innen- und Außenseite dieselbe haptische Handschrift.
Eine Teegesellschaft aus Bleistift, Recyclingmaterial, Druckerschwärze – und einer guten Portion Dragoniquette.





