Eine Reise in die Welt der Linoldrucke
Von der Insel Skellig Michael auf das Papier
Die Idee für unsere Puffin-Prints entstand auf einer windgepeitschten Insel im Nordatlantik: Skellig Michael, Irland. Dort begegneten wir den „Papageien der Meere“ – den Papageientauchern, die mit ihren leuchtenden Schnäbeln und ihrem unverwechselbaren Ruf die Herzen jedes Naturbegeisterten im Sturm erobern. Wer einmal den Ruf eines Puffins gehört hat, vergisst ihn nie: tief, kehlig, vibrierend – fast wie ein zufrieden grollendes Knurren eines alten Seebären, nur mit Flügeln.
Aus dieser Begeisterung entstand die Idee zu einem Zyklus von 12 Puffin-Drucken, jeder „of the Month“ zeigt einen Abschnitt ihres Lebensjahres – vom Winterkapitän im Januar bis zum Nordlichtreisenden im Dezember. Jeder Druck sollte nicht nur eine naturgetreue Beobachtung darstellen, sondern auch die lebendige, handwerkliche Ästhetik des Linolschnitts transportieren.
Linoldruck
Historie & Faszination
Der Linoldruck gehört zur Familie der Hochdruckverfahren, die ihren Ursprung in der Holzschnitt-Tradition des 15. Jahrhunderts haben. Holzschnittmeister wie Albrecht Dürer legten den Grundstein für die grafische Reproduktionskunst.
Linoleum als Druckmaterial wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ermöglichte erstmals flexible, feine Linienführungen, die Holz nicht bot. Künstler*innen wie Käthe Kollwitz, Pablo Picasso und Henri Matisse entdeckten Linol als Medium, um druckgrafische Experimente, rhythmische Linien und expressive Kontraste umzusetzen. Die Technik verbindet handwerkliche Präzision mit gestalterischer Freiheit – jede Linie, jeder Schnitt entscheidet über das spätere Bild.
Die besondere Lebendigkeit des Linolschnitts entsteht durch seine taktilen Spuren: die Handbewegung, das Material selbst und die Druckfarbe erzeugen eine Dynamik, die digitale Medien nur schwer nachahmen können. Doch die Arbeit ist auch herausfordernd: Ein Schnitt ist unwiderruflich, Druckfarben lassen sich nur begrenzt korrigieren, und das Spiel von Licht, Druckstärke und Papieroberfläche beeinflusst das Ergebnis subtil – und doch einzigartig.
Step by Step
Vom ersten Gedanken zum fertigen Puffin-Print

1
Inspiration & Konzept

2
Recherche & Beobachtung

3
Vorzeichnen & Entwurf

4
Linol vorbereiten

5
Linolschnitt

6
Testdruck & Anpassung

7

8
Trocknung & Finish
Was macht den Linoldruck so besonders?
Jeder Druck zeigt die Spuren der Handarbeit.
Haptik & Authentizität
Linien, Flächen, Strukturen können individuell gestaltet werden.
Künstlerische Freiheit
Kein Print gleicht exakt dem anderen, jeder Abdruck ist ein Original.
Einzigartigkeit
Linolschnitt verbindet klassische Hochdruckkunst mit modernen Motiven und Serienkonzepten.
Tradition & Moderne

Literatur & Quellen
Hammel, Rudolf: Linolschnitt – Technik, Geschichte, Praxis. Verlag für moderne Kunst, 2018
Collins, Doreen: Printmaking: A Complete Guide to Materials & Processes. Laurence King Publishing, 2019
Kollwitz, Käthe: Die grafischen Arbeiten, Deutscher Kunstverlag, 2016
Picasso, Pablo: Linoleum Prints, Museum of Modern Art, New York, 2007
Die Puffin-Prints zeigen, wie eine alte Technik zu neuem Leben erwacht – handgeschnitten und voller Charakter. Wer einmal einen dieser kleinen Kapitäne des Nordatlantiks auf Papier gesehen hat, spürt den Wind, das Salz und die Weite des Meeres in jedem Abdruck. Die Serie „Puffin-Post 2026“ ist nicht nur eine Hommage an diese charmanten Vögel, sondern auch an die Lebendigkeit, die ein Linoldruck vermitteln kann.

